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Gelenkschmerz (Arthrose)

Wenn die Gelenke verschleißen …

Bei Gelenkbeschwerden muss man unterscheiden zwischen Arthrose – also einem Verschleiß der Gelenke – und Arthritis- einer rheumatischen Gelenkentzündung.

Gelenkverschleiß (Arthrose) entsteht durch chronische Überlastung, nach Brüchen oder Operationen und durch Veranlagung. Aber auch Störungen im Gelenkstoffwechsel können durch eine verminderte Bildung von elastischem Gelenkknorpel Arthrose bewirken. Ursächlich sind hier vor allem Bewegungsmangel, Übersäuerung, Störungen der Mitochondrienfunktion und Mineral- bzw. Vitalstoffmängel zu nennen.

Am häufigsten betroffen sind Knie (Kniearthrose), Hüfte (Coxarthrose), Schulter, Daumengrundgelenk und die Zwischenwirbelgelenke der Hals- und Lendenwirbelsäule (Verschleiß-bedingter Rückenschmerz). Eine häufig vererbte Variante ist die Finger-Polyarthrose, bei der nahezu alle Finger betroffen sind. Dabei können sowohl Schmerzen als auch Deformitäten auftreten. Auch Verschleißerscheinungen der Zehen mit Fußschmerzen findet man häufig, weil es oft zu einer Fehlstatik der Fußmuskeln kommt. In diesem Fall sind oft sensomotorische Einlagen wirksam.

Die Arthrose ist ein alters- und belastungsabhängiger Prozess. In wissenschaftlichen Untersuchungen konnte erstaunlicherweise kein Zusammenhang zwischen der Schwere des Verschleißes im Röntgen-Bild und der Stärke der Schmerzen gefunden werden. So kann bei gutem Muskelkorsett auch eine schwerste Arthrose völlig symptomlos bleiben. Arthrose, v.a. wenn sie entzündlich aktiviert ist, macht zunächst bewegungsabhängige Schmerzen, später Einschränkungen des Bewegungsausmaßes und gegebenenfalls auch Ruheschmerzen.

Gelenkverschleiß kann im Röntgen, im Kernspintomogramm (MRT) oder in der Gelenksonografie diagnostiziert werden. Das Sonogramm (Ultraschall) kann direkt in der Praxis ohne Strahlenbelastung durchgeführt werden.

Blutegeltherapie bei Verschleiß im Kniegelenk (Arthrose)

Konventionelle Behandlung
Die “schulmedizinische” Behandlung besteht meistens aus der Gabe von Schmerzmitteln, Krankengymnastik und ggf. Arthroskopien (Gelenkspiegelungen) bzw. Operationen (z.B. Gelenkersatz). Leider wird die konservative Therapiemöglichkeit oft nicht gänzlich ausgeschöpft.

Ganzheitliche Behandlung
Ziel der ganzheitlichen Behandlung ist es, mögliche Ursachen für den Verschleiß bzw. für den aktuellen Reizzustand zu finden. Es wird versucht, die konservativen (also nicht-operativen) Behandlungen komplett auszuschöpfen, das heißt, es wird möglichst eine Operation vermieden. Im Rahmen der Diagnostik sollten hormonelle Störungen und ein Ungleichgewicht der Mineralstoffe bzw. Vitamine (Orthomolekulare Medizin) ausgeschlossen werden. Oft findet man einen Mangel an Magnesium, Calcium und Vitamin D sowie eine Übersäuerung. Außerdem werden Fehlbelastungen und muskuläre Dysbalancen aufgespürt und behandelt.

Flossing – Gelenkschmerzen mit Kompressionsbandagen behandeln

Sehr gut wirksam bei Arthrose ist Akupunktur. Dies konnte bereits durch wissenschaftliche Studien belegt werden, so dass selbst die gesetzliche Krankenversicherung Akupunktur bei Knie- und Rückenverschleiß erstattet.

Eine regelmäßige moderate Bewegung bewirkt eine bessere Durchblutung der Gelenke und den Abtransport von Schmerz- und Entzündungsstoffen aus dem Gelenk. Spezifische Übungen können verspannte Muskeln lockern und schlaffe Muskeln stärken. Oft ist auch eine moderne Physiotherapie empfehlenswert.

Bei hartnäckigeren Beschwerden können eine begleitende Neuraltherapie oder Mistelinjektions-Akupunktur sinnvoll sein. Dabei wird das Lokalanästhetikum Procain alleine oder in Kombination mit einem Mistelextrakt an bestimmte Reflex- und Akupunkturpunkte gespritzt. Während Procain Schmerzen hemmt und Entzündungen lindert, bewirkt die Mistel eine Neubildung von elastischem Gelenkknorpel und eine Anregung des Gelenkstoffwechsels.

Mittels chirotherapeutischer Verfahren kann zudem die Gelenkdurchblutung angeregt werden. Besonders geeignet ist hier auch das Medical Flossing, eine spezielle kurzfristige Bandagierungsbehandlung. Unterstützend können medizinische Tapes und die Faszientherapie eingesetzt werden. Bei anhaltenden Beschwerden helfen oft Blutegel, die mit ihrem Speichel entzündungs- und schmerzhemmende sowie gewebslockernde Substanzen abgeben.

Vor allem wenn mehrere Gelenke betroffen sind, sollte nach systemischen Ursachen für Arthrose gefahndet werden. Hier sind vor allem eine Übersäuerung sowie Mineral- und Vitaminmängel zu nennen. Diese können mit speziellen Blutuntersuchungen aufgedeckt und dann gezielt behandelt werden.

Folgende weitere Behandlungen können sinnvoll sein:

Bei komplexen oder weit fortgeschrittenen Verschleißerscheinungen ist eine Begutachtung in der Ganzheitlichen Schmerztherapie zu empfehlen. Dann sollten auch Verfahren der Mind-Body-Medizin und Entspannungstechniken hinzugezogen werden, um im Körper die Schmerzwahrnehmung zu optimieren.

Ziel ist es, die schmerzfreie Beweglichkeit im Gelenk wiederherzustellen und den Aufbau des Gelenkknorpels zu fördern.

Akupunktur hat eine hohe Wirksamkeit bei Arthrose und Gelenkschmerz. Unsere Ärzte haben jahrelange Erfahrungen im Bereich der Akupunktur und sind z.T. selber Dozenten in Akupunktur-Akademien.