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Triggerpunkte (oder Myofasziales Schmerzsyndrom)

Schmerzhafte Knoten in der Muskulatur

Was sind Triggerpunkte?

Triggerpunkte sind schmerzhafte Knoten in der Muskulatur, die bei Aktivierung (z.B. durch Druck oder durch Anspannung des Muskels) lokale, aber vor allem auch ausstrahlende Schmerzen auslösen können. Diese Knoten bestehen aus maximal zusammengezogenen Muskelfasern in einem überlasteten Muskel. Bei weiterer Belastung des Muskels werden Schmerzstoffe aus dem Inneren des Knotens freigesetzt.

Triggerpunkte wurden erstmals umfassend von Simons und Travell beschrieben. Sie entstehen durch eine Fehlhaltung, durch ein muskuläres Ungleichgewicht (z.B. einen Beckenschiefstand), durch muskuläre Schwächen, durch übermäßig trainierte oder belastete Muskeln (z.B. Triggerpunkte beim Tennisarm) oder durch insgesamt erhöhte Muskelspannung. Letzteres kann z.B. in Zusammenhang mit chronischem Stress, Angststörungen oder Depressionen auftreten, aber auch bei schwerwiegenden oder anhaltenden beruflichen oder familiären Problemen.

Was machen Triggerpunkte?

Triggerpunkte sind für einen Großteil aller Schmerzerkrankungen verantwortlich. Eine Hauptrolle spielen sie beim sogenannten Myofaszialen Schmerzsyndrom, das z.B. die Nacken- oder die Beckenregion befallen kann. Eine wichtige Rolle spielen sie in der Regel beim unspezifischen Rückenschmerz, bei Kopfschmerzen, Migräne, craniomandibulärer Dysfunktion (CMD), Achillodynie (Achillessehnenschmerz), beim Tennisellbogen (Epikondylitis) und beim Wadenkrampf.
Wenn der Orthopäde oder die konventionelle Medizin keine Ursache der Schmerzen findet, liegen diesen meistens Triggerpunkte zugrunde. Denn die sog. “Schulmedizin” berücksichtigt diese schmerzhaften Muskelknoten leider kaum. Und Muskeln können mindestens so schmerzhaft sein wie abgequetschte Nerven oder Bandscheibenvorfälle.

Wie werden Triggerpunkte bzw. ein Myofasziales Schmerzsyndrom ganzheitlich behandelt?

Im Rahmen der Triggerpunktbehandlung werden die Muskelknoten durch Druck mit einem Finger (oder anderen Hilfsmitteln), mit einer Akupunkturnadel (Dry Needling) oder mit einer Injektion gelöst. Bei ganz akuten Beschwerden reicht manchmal eine einzige Behandlung aus. Bei länger anhaltenden Beschwerden ist in der Regel eine längere Behandlungsserie erforderlich. Dann muss auch das muskuläre Ungleichgewicht durch Übungen oder Physiotherapie (Krankengymnastik) ausgeglichen werden. In solchen Fällen macht auch eine 3D-Wirbelsäulenvermessung Sinn, um die Ursachen für das Ungleichgewicht der Muskeln und des Skelettes zu finden. Zudem sollte die chronische Anspannung z.B. durch Entspannungstechniken, Ausdauertraining, Stressbewältigungskurse oder psychologische Beratung gelöst werden.

Ein Fallbeispiel: Ischiasschmerz

Der Ischiasschmerz beschreibt im Volksmund einen vom unteren Rücken in ein Bein ausstrahlenden Schmerz. In der Regel wird direkt an einen Bandscheibenvorfall gedacht. Die Nervenirritation beim Bandscheibenvorfall hat aber einen bestimmten, von der Anatomie des Nerven vorgegebenen Verlauf. Meistens geht der typische Ischiasschmerz, von dem meine Patienten berichten, jedoch vom Gesäß bis in den Oberschenkel (wenn man genau nachfragt). Dann findet man meistens einen oder mehrere Triggerpunkte in der Gesäßmuskulatur und manchmal auch einen Beckenschiefstand oder eine Störung im Kreuzdarmbeingelenk. Hier ist also nicht ein Bandscheibenvorfall der Auslöser der Schmerzen – selbst wenn man diesen im MRT sehen kann – , sondern ein gemeiner Muskelknoten im mittleren Gesäßmuskel. Die Bandscheibenspritze oder –operation wird dann nicht helfen, sondern die gezielte Triggerpunktbehandlung, Übungsbehandlungen mit Dehnung der Gesäßmuskeln und ggf. eine spezielle Physiotherapie.