Chirotherapie

Mehr als nur Einrenken…

Was ist Chirotherapie?

Die Bezeichnung Chirotherapie bedeutet „Behandlung mit der Hand“. Sie stellte eine wichtige Behandlungsmethode für viele orthopädische Erkrankungen dar. Die Chirotherapie ist Teil der modernen Manuellen Medizin (oder Manuellen Therapie).

Zunächst erfolgt eine umfassende funktionelle Diagnostik durch Untersuchung des Bewegungsapparates. Hierdurch können sogenannte Blockierungen der Wirbelsäule und Gelenke festgestellt werden. Dabei handelt es sich um eine reduzierte Beweglichkeit im Gelenk oder zwischen zwei Wirbeln. Durch sanfte muskuläre Techniken (Mobilisierung) oder vorsichtige Einrenkungen (Manipulationen) können diese Blockierungen wieder gelöst werden. Das häufig wiederholte Einrenken am selben Gelenk ist jedoch nicht sinnvoll. Dann muss vielmehr nach der Ursache der wiederkehrenden Funktionsstörung gefahndet werden. Das sind häufig muskuläre Ungleichgewichte, Fehlhaltungen oder Triggerpunkte. Der Begriff der „rausgesprungenen Wirbel“ sollte nicht mehr verwendet werden, da er eine schwere Schädigung der Wirbel suggeriert. In Wirklichkeit ist jedoch nur die Funktion gestört und nicht die Wirbelsäule an sich defekt. Deshalb kann man eine Wirbelblockierung auch nicht in der Kernspintomografie (MRT) sehen.

Im Gegensatz zu Chiropraktoren (Absolventen eines US-amerikanischen Hochschulstudiums) wird bei der modernen Chirotherapie das häufige Einrenken vermieden, um eine progrediente Lockerung der Bandstrukturen zu vermeiden, sondern es wird vielmehr versucht, eine gesunde Statik und Haltung wiederherzustellen.

Wann hilft die Chirotherapie?

Die chirotherapeutische und orthopädische Diagnostik ist bei allen Schmerzzuständen, aber auch bei manchen organischen Schädigungen sinnvoll. Es können Blockierungen und Störungen der Muskelbalance gefunden und dann behandelt werden.

Wichtiger Einsatzbereiche sind:

Wie wird die Chirotherapie durchgeführt?

Die Chirotherapie besteht meist aus einer kombinierten Behandlung aus muskulären, osteopathischen und Bindegewebstechniken. Sie kann hervorragend mit der Faszientherapie und der Triggerpunktbehandlung kombiniert werden. Nur in seltenen Fällen sind sogenannte “Einrenkungen” (Manipulationen) erforderlich. Meistens lösen sich Blockierungen und schmerzhafte Funktionsstörungen bereits bei sanften Mobilisationen. In Ergänzung können Akupunktur, Neuraltherapie, Kinesiotapes, Schröpfen, Guasha-Massage und Übungsbehandlungen sinnvoll sein.

Bei komplexen Schmerzerkrankungen mit Haltungs- und Statikstörungen ist eine 3D-Wirbelsäulenvermessung zu empfehlen, um daraufhin ein individuelles Therapiekonzept zu erarbeiten.

Besonders ausgebildet in Chirotherapie mit Mobilisation und Manipulation (Einrenken) sind in unserer Praxis Ruth Biallowons und Dr. med. Eva Neubauer. Dr. med. Gerrit Sütfels ist auf die Behandlung von muskulären Triggerpunkten spezialisiert.