Osteopathie

Mit der Hand Schmerzen an der Ursache behandeln

Was ist Osteopathie?

Die Osteopathie (griech.: „Krankheitslehre der Knochen“) ist ein mit den Händen ausgeführtes (“manuelles”) Diagnose- und Behandlungskonzept. Insofern ist es Teil der Manuelle Medizin. Es zielt darauf ab, das Zusammenspiel von Muskeln, Faszien (Gewebshäute) und Bändern zu regulieren. Dabei wird nicht nur deren Einfluss auf die Gelenke berücksichtigt, sondern auch der gesamte Bewegungsapparate stabilisiert und balanciert.

Mit Osteopathie lassen sich viele orthopädische Krankheitsbilder schonend und effektiv behandeln. Zum Beispiel:

Im Gegensatz zur konventionelle Therapie des Orthopäden wird hier an den Ursachen der Schmerzen angesetzt, nämlich an Funktionsstörungen im Bindegewebe und in der Muskulatur.

Aber auch viele nicht-orthopädische Krankheiten lassen sich gut mit Osteopathie therapieren:

Dr. med. Eva Neubauer ist unsere ärztliche Osteopathin und Schmerztherapeutin. Sie kann Ihnen bei akuten und chronischen Schmerzen mit der optimalen Mixtur aus sanften Therapieverfahren helfen.

Wie funktioniert Osteopathie?

Grundlage einer manuellen / osteopathischen Behandlung ist die Beseitigung von Nervenblockaden sowie die Lösung von Beeinträchtigungen an Muskeln und Faszien durch Regulation und Neuausrichtung von Gelenken und Wirbeln. Ziel ist dabei nicht die Behandlung von Symptomen, sondern immer die Beseitigung der Beschwerdeursache.

Die Osteopathie hat heute einen sehr großen Einfluss auf die moderne Manuelle Medizin sowie die Chirotherapie, die sich immer mehr an den sanften Weichteiltechniken des Osteopathie-Entwicklers Still orientiert. Bei akuten Erkrankungen heißt dies, das Gleichgewicht wiederherzustellen und das Gewebe wieder „zum Gleiten“ zu bringen. Bei chronischen Zuständen wird durch sanfte, weiche Muskel-Energie-Techniken (MET) im Gewebe ein Reiz gesetzt, der die Selbstheilungskräfte und die Regulationsfähigkeit des Körpers reaktiviert (Dr. Still sagte: „Find it, fix it, leave it!“).

Diese Behandlungsmethode hat also nichts mehr mit dem martialischen „Einrenken“ zu tun, bei dem es unbedingt „knacken“ muss, die Beweglichkeit der Strukturen aber unbeeinflusst bleibt. Es handelt sich vielmehr um eine sanfte Therapie, die gut toleriert wird.

Die Entstehung der Osteopathie und ihre Grundprinzipien

Der amerikanische Arzt Dr. Andrew Taylor Still (1828-1917) entwickelte seinerzeit ein neues Verständnis vom menschlichen Körper und dem Zusammenhang von Gesundheit und Krankheit. Als Pionier seiner Zeit sah er den Mensch als ganzheitliche Einheit aus Körper, Seele und Geist. Grundvoraussetzung für einen gesunden Körper war für Still Beweglichkeit und Vitalität aller Körperbereiche (Muskel, Bänder, Faszien, Knochen und Organe) einschließlich des Blut- und Lymphsystems bei regelrechter Nervenversorgung. Sein Ziel war es, Funktionsstörungen und Einschränkungen in diesen Bereichen mit den Händen aufzusuchen und zu regulieren, um den Körper dann seinen Selbstheilungskräften zu überlassen.

Still formulierte folgende Prinzipien für die Osteopathie:
• Der Körper ist eine Einheit von Körper, Geist und Seele.
• Der Körper ist fähig, sich selbst zu regulieren, sich selbst zu heilen und gesund zu erhalten.
• Struktur und Funktion beeinflussen sich gegenseitig. („Form follows function“)
• Prinzip der Arterie (alle Körperflüssigkeiten müssen fließen)
• Die Therapie basiert auf dem Verständnis der Basisprinzipien von Ganzheit, Selbstregulierung und gegenseitiger Beeinflussung von Struktur und Funktion (die Mobilität sämtlicher Muskeln, Faszien, Knochen und Organen muss gewährleistet sein, damit „physiologisches Funktionieren“ möglich ist).